Unterstützung für die Ehrenamtlichen

Die Ehrenamtlichen leisten oft sehr anspruchsvolle Arbeit am Telefon. Manchmal gehen die Gespräche auch an die Substanz, belasten und lassen den Telefonseelsorger nicht mehr los.

Um mit belastenden Telefonaten besser umgehen zu können, bietet die TS den Ehrenamtlichen Gruppensupervision durch Mentoren und externe Supervisoren an. Supervision dient darüber hinaus  der Qualitätssicherung, ebenso wie kontinuierliche Fortbildungen.

 

Unsere Supervisoren & Mentoren über ihre Arbeit

Waldemar Pisarski

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Herr Pisarski, wie erleben Sie die Ehrenamtlichen in der Supervision?

Ich bin ein Fan der Ehrenamtlichen in der TelefonSeelsorge. In ihnen begegne ich Menschen, die einen Teil ihrer Zeit und ihrer Kraft geben, um anderen nahe zu sein. Dabei erlebe ich viel Mitgefühl, viel Fürsorglichkeit und dazu die nötige Kompetenz.

Oft genug kommen die Ehrenamtlichen nach einem langen und fordernden Arbeitstag zum Supervisionsabend. Dass dies in großer Disziplin geschieht, ist für mich eine schöne Erfahrung. Und wenn es dann in der Schlussrunde heißt: „Ich war heute sehr müde, aber jetzt gehe ich erfrischt und mit neuen Anregungen nach Hause“, dann weiß ich, dass sich der Abend gelohnt hat.

Welche Unterschiede nehmen Sie im Vergleich zu professionellen Helfern wahr?

Zunächst einmal begegnet mir bei den Ehrenamtlichen oft etwas Unbekümmertes und Unverbildetes, das ich sehr mag und mit dem man gut arbeiten kann. Dabei liegen die Lernpunkte manchmal ein bisschen anders als bei professionellen Helfern. Beispiele:

- Möglichkeiten und Grenzen. Hauptamtliche gehen damit sehr geübt und sehr bewusst um. Ehrenamtliche sind hier viel mehr am Ausprobieren. Dabei überfordern sie sich gelegentlich. Dann bleibt etwa der Arbeitsauftrag etwas zu vage oder Gespräche geraten zu lang.

- Zuwendung und Konfrontation. Eine Begleitung lebt von dieser Balance. Bei Profis kippt sie manchmal in Richtung Konfrontation. Bei Ehrenamtlichen besteht hier eher eine Scheu, so dass leicht das Moment der Zuwendung dominiert.

- Nähe und Distanz. Helfen lebt von einer „liebevollen Distanz“ (Jaeggi). Die Gefährdung der Profis liegt hier vielleicht eher in zu viel Routine bei der Ausgestaltung. Ehrenamtliche hingegen lassen vieles sehr nahe an sich heran und tun sich schwerer, auch in der Distanz die Chance zur Beziehung zu sehen.

 


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